Yamanote+Marathon=Yamathon

Ich habe mich lange nicht mehr gemeldet. Ich weiß! Aber ich bin ja nicht (nur) zum Spaß in Tōkyō, sondern tatsächlich zum Arbeiten, weshalb ich in den letzten vier Wochen einfach keine Zeit gefunden habe, mich um einen Blogeintrag zu kümmern. Seit vorgestern bin ich zudem in Hiroshima. Diese Woche Samstag geht’s weiter nach Nagasaki. Die Reisevorbereitungen haben einfach viel Zeit in Anspruch genommen und die wertvolle Zeit im Feld will ja auch genutzt werden.

Die letzten paar Wochen habe ich aber trotzdem auch etwas erlebt, wovon ich kurz berichten möchte: Jan (ein weiterer Stipendiat) hatte die Idee, am Yamathon teilzunehmen. Jan konnte nur leider nicht alleine teilnehmen, weil man sich als Team von drei oder vier Leuten anmelden musste. Da die gesamten Teilnahmegebühren gespendet werden, haben Veronika (auch eine Stipendiatin) und ich kurz entschlossen zugesagt und so entstand das Tam „DIJ Laufgruppe“.

Langer Tag kurz zusammengefasst: Es gibt im Leben Dinge, die macht man genau ein Mal. Für mich gehört der Yamathon in genau diese Kategorie. Für alle, die noch nie in Tōkyō waren: Die Yamanote Linie 山手線 der Japan Railways (JR) ist eine der am meist benutzten Bahnlinien Tōkyōs, die immer im Kreis fährt. Sie hält so ziemlich an allen wichtigen Stationen, weshalb sie immer voll ist. Die Idee des Yamathons ist es aber eh, dass man nicht in die Bahn steigt, sondern die einzelnen Stationen zu Fuß abklappert. Als Beweis musste sich das ganze Team vor jeder Station fotografieren und die 29 (!) Fotos am Ende vorzeigen. Ich habe eine Collage unserer Teamfotos vorbereitet, auf der man glaube ich ganz gut erkennt, dass zumindest meine Laune am Ende ziemlich im Keller war.

Yamathon_Fotostrecke

Yamathon-FusswegLaut Jans App sind wir genau 41,73km gelaufen, was der offiziellen Marathondistanz von 42,195km schon recht nahe kommt. Einen weiteren Kilometer hätten meine Füße aber nicht geschafft. Mit zwei Blasen – links uns rechts jeweils eine – lief es sich kurze Zeit sogar Barfuß besser. Aber leider nur kurze Zeit, so lange, bis zu viele Steine etc. anfingen, in die Fußsohlen zu piksen. Endlich am Ziel angekommen, was ich zwischendurch zumindest für mich nicht mehr wirklich gedacht hätte, warteten ein Ben & Jerry’s Eis und eine kostenlose Beinmassage auf uns. Beides war bitter nötig. Danach machten wir uns alle noch auf den Weg zu einem izakaya (jap. Kneipe), wobei ich schon auf dem Weg dorthin merkte, nicht einmal dafür noch Kraft zu haben. Für mich ging es dann also ohne Bier nach Hause. Aber das war nicht weiter schlimm. Hauptsache hinlegen und nichts tun.

Trotz Humpelstilzchen-Einlage meinerseits sind wir übrigens nicht Letzte geworden, sondern haben einen stolzen 174. Platz belegt.

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