Radfahren in Tōkyō: Teil 1

Es war nicht geplant, mit dem Fahrrad durch Tōkyō zu radeln. Vielleicht hätte ich sonst auch ein paar Dinge mehr aus Deutschland mitgebracht, die ich mir nun erneut kaufen musste. Aber es ist dennoch super! Hätte ich nicht gedacht. Um ehrlich zu sein, hatte ich ziemlichen Schiss davor, mit dem Fahrrad durch Tōkyō zu fahren, ist die Bevölkerungsdichte hier doch eine ganz andere. Das ist jedoch nicht das einzige, was in Bezug auf Radfahren anders ist. Deswegen werde ich meine Erfahrungen in mehreren Posts mitteilen. Heute geht es erst einmal „nur“ um mein Rad.

cypara3Da ich nur ein halbes Jahr hier bin, wollte ich mir kein neues Fahrrad kaufen. Trotzdem wollte ich ein gutes Rad, mit dem das Radeln auch richtig Spaß macht. Von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter hier am Institut wurde mir der Gebrauchtladen „Cycle Paradise“ empfohlen. Der Laden ist wirklich super, allerdings auf Rennräder spezialisiert. Es gibt auch allerlei andere Räder, die Anzahl an gebrauchten Rennrädern ist allerdings überwältigend. Links auf dem Bild ist nur eine Reihe Räder von ca. fünf weiteren zu sehen. Ich bin Dank der Hilfe eines sehr freundlichen Mitarbeiters schnell fündig geworden. Das pinke Rad von Louis Garneau stimmte preis-leistungs-technisch einfach und bei meiner Körpergröße hatte ich eine recht begrenzte Auswahl für mein Budget. Da habe ich bei der Farbe einfach mal Abstriche gemacht. (Jeder, der mich kennt, weiß, dass Pink nicht wirklich zu mir passt.)

Radroute

So, bis hierhin ist alles wunderbar gelaufen. Jetzt kommt die Herausforderung: Das Cypara (Japaner lieben halt ihre Abkürzungen) befindet sich in Kasai. Ich wohne in Tanashi. Das ist einmal quer durch Tōkyō, von Ost nach West, ca. 33km. Für eine Radtour ist das eigentlich gar nicht so viel. In Köln kann man das gut in zwei Stunden bewältigen. Ich habe doppelt so lange gebraucht, aus vier Gründen: Es war extrem windig, auf der Strecke gab es ca. 100 Ampeln (ich habe auf Google Maps nachgezählt und fürchte, dass hier nicht einmal alle eingezeichnet sind), Tōkyō ist an einigen Stellen echt hügelig und auf halber Strecke ist der Akku meiner Fahrradlampe an seine Grenzen gestoßen, weshalb ich mir schnell ’nen Ersatz besorgen musste. Ohne Licht im Dunkeln zu fahren, ist auch in Japan ein Verkehrsdelikt.

Aber ich hab’s geschafft! Anfangs hatte ich echt Bammel, aus Versehen auf die Autobahn zu gelangen, weil die Straßenschilder plötzlich blau-weiß waren. Nach 30 Minuten lief jedoch alles wie am Schnürchen. Die Straßen sind sogar deutlich besser als in Köln und es gibt fast überall Fahrradstreifen. Diese werden zwar häufig von den Autofahrern ignoriert aber ich bin aus Köln schließlich Kummer gewohnt. Weitere Infos zum Thema Radfahren dann beim nächsten Mal.

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